Zum Inhalt springen

Ein seltener Polarwirbel-Wechsel bahnt sich an. Expert:innen warnen, dass der Jänner diesen Winter besonders extrem werden könnte.

Mann bereitet Winterset auf Holztisch vor: Decken, Handschuhe, Radio und Karte. Verschneite Häuser im Hintergrund.

Der erste Hinweis war da Hund.
An am grauen Dezember-Morgen in Chicago is er rausgstiegn, hat in d’Luft g’schnuppert und is glei wieder eineg’schossn, als wär da Gehsteig auf amoi a Tiefkühlfach. Am Thermometer san 12 °F g’standen, aber da Wind hat stärker g’bissn – schärfer, eigenartiger als an de meisten frühn Wintertog. Mei Nachbarin, mit Einkauftascherln auf’m Weg zum Auto, hat g’murmelt: „Des fühlt si foisch an für Dezember. Als hätt da Jänner vordränglt.“

Des schiefe G’fühl? Des is ned nur, weil ma dramatisch über d’Kält red.
Hoch über uns, ungefähr 30 Kilometer drobn, spielt si in da Polarnacht wos Seltens ab – a feine Verdrehung in de Winde, die uns die ganze Saison aus’m Gleichg’wicht reißn könnt.

Meteorolog*innen ham an Namen dafür.
Und wenn’s den im Dezember oft verwenden, wird da Jänner ned selten zach.

A seltener Dreh im Polarwirbel ladet im Stillen de Würfel

Wennst in ana ruhigen Winternacht draußen stehst, schaut da Himmel gmiatlich aus, fast wie eig’frorn.
Aber weit drobn, über’m Arktisraum, verschiebt si d’Atmosphäre wia a riesigs, unsichtbars Zahnrad. Expert*innen beobachten a ungewöhnliche Störung im Polarwirbel – dem rotierenden Ring aus kalter Luft, der normalerweis über’m Nordpol „eing’sperrt“ bleibt.

Diesen Winter benimmt si der Ring ned ganz so, wia ma’s erwarten würd.
Signale aus da Stratosphäre deuten drauf hin, dass da Wirbel schwächer wird und eiert – und damit Tür und Tor aufmacht, dass arktische Luft im Jänner deutlich weiter nach Süden ausbricht als üblich.

Wahrscheinlich host des eh schon g’spürt, ohne den Namen zu kennen.
Denk an die brutalen Kältewellen im Jänner 2014 in de USA oder an die „Beast from the East“, die Europa 2018 g’rammt hat. Des warn ned einfach zufällige Sch***-Wochen. Des san Ereignisse mit g’störtem Polarwirbel g’wesen, die eisige Luft in Regionen g’schickt ham, die dafür überhaupt ned vorbereitet warn.

2021 hat Texas platzte Leitungen g’habt, Stromnetze san ausg’fallen, und ganze Viertel ham in Häusern gezittert, die für milde Winter baut san. A Studie hat des Desaster später zumindest teilweise mit am verzerrten Polarwirbel in Verbindung g’bracht, der polare Luft ungewöhnlich weit nach Süden lassen hat.
Und jetzt blinken in de Wettermodelle wieder ähnliche Frühwarnmuster auf.

Meteorologinnen schaun auf a paar verräterische Kennzahlen: Windgeschwindigkeiten in da Stratosphäre, Temperatur-Anomalien über’m Pol, Druckmuster von Sibirien bis Grönland.
Grad deuten die Werte drauf hin, dass a *
plötzliche Stratosphärenerwärmung** (Sudden Stratospheric Warming) – a schnelles Aufheizen hoch über der Arktis, das den Wirbel quasi auf’n Kopf stellen kann – im Gang is oder knapp bevorsteht.

Wenn des passiert, kann si der Polarwirbel teilen oder vom Pol wegschieben. Wochen später kommt kalte Luft dann oft nach Nordamerika, Europa oder Asien – ned als sanfte Welle, sondern in a Reihe harter Treffer.
Die Wissenschaft is da probabilistisch, koa Kristallkugel – aber Klimaforscher*innen warnen immer öfter: Dieser Jänner könnt so a „Weißt-no, wo du woarst“-Winter werden.

Wos du wirklich tuan kannst, bevor da Tiefkühler z’ruckschlagt

Die großen Prognosen klingen abstrakt, bis in da Küchn auf amoi d’Rohre hohl klopfen.
Sich auf an möglicherweise extremen Jänner vorbereiten heißt ned hamstern; es heißt a paar kleine, fad wirkende Sachen jetzt zu machen, damitst später ned unter drei Hoodies zitterst. Fang bei de Schwachstellen dahoam an.

Dicht Zugluft bei Fenster und Türen ab – mit billigen Schaumstoffstreifen oder zur Not mit zammg’rollten Handtüchern als schnelle Lösung.
Schau, dass Außenwasserhähne entleert und abg’steckt san, und lass bei de kältesten Nächte Innenhähne a bisserl rinnen, damit’s Wasser in Bewegung bleibt. Des wirkt banal, bis a eingefrorenes Rohr dir die Woche – und’s Ersparte – ruiniert.

Und dann is da Punkt „Wos, wenn da Strom ausfällt?“, über den eigentlich kana gern nachdenkt.
Du brauchst kan Bunker. Aber du brauchst an Plan B. A kleiner Vorrat an haltbaren Lebensmitteln, extra Decken und a funktionierende Taschenlampe können aus am furchtbaren Blackout an unangenehmen, aber machbaren Abend machen. Lad Powerbanks auf, bevor a Kältewelle angekündigt is.

Denk a an d’Kleidung. Zwiebelschichtn is ned nur a Spruch, des is Physik: a Basisschicht, die Feuchtigkeit abtransportiert, a warme Mittelschicht und außen a winddichte Schicht halten Wärme viel besser als a einziger dicker Mantel.
Ehrlich: Ka Mensch macht des jeden Tag perfekt. Aber genau an dem einen Tag, wo’s zählt, kann’s den Unterschied machen.

Expertinnen bitten außerdem still um was weniger Glamouröses: nach de Leit schaun.
Ältere Nachbar
innen, Familien mit Neig’borenen, Leut in schlecht gedämmten Wohnungen – die stehn bei extremer Kälte am stärksten unter Druck. A kurzes SMS oder Anklopfen kann mehr bringen als no a fancy Wetter-App.

„Polarwirbel-Ereignisse san ned nur Rekorde auf am Diagramm“, sagt Dr. Elena Ruiz, Forscherin für Klimadynamik. „Es geht drum, ob wer’s Oma warm hat, ob a Stromnetz hält, ob a Gemeinschaft den Schock z’samm durchsteht oder allein.“

  • Vor da Kält: Zugluft checken, Basisvorräte anlegen, Wetter-Apps aktualisieren, Auto auftanken.
  • Während ana Kältewelle: Möglichst drin bleibn, in Schichten anziehen, unnötige Fahrten vermeiden.
  • Für d’Gemeinschaft: Bei vulnerablen Personen nachschaun, richtige Infos teilen, koa Panik in Social Media verbreiten.
  • Fürs Budget: Raumtemperatur a bissl runterdrehn und punktuell heizen, um Energiekosten z’senken.
  • Fürs Seelenruh: Jetzt scho entscheiden, wo’d hin kannst, wenn d’Heizung ausfällt – zu Freund*innen, ins Gemeindezentrum oder in a Notquartier.

Wos dieser komische Winter über unsre sich verändernde Welt aussagt

Jedes Moi, wenn a „Polarwirbel“-Schlagzeile auftaucht, kommt in Social Media immer des gleiche, verwirrte Kommentar: „Wenn si der Planet erwärmt, warum frier i dann?“
Es fühlt si widersprüchlich an – aber die G’schicht is komplizierter. Steigende globale Temperaturen schalten den Winter ned aus; sie verbiegen seinen Rhythmus und verstärken die Schwankungen zwischen milden Phasen und brutalen Kälteeinbrüchen.

Manche Wissenschafterinnen untersuchen, ob a wärmere Arktis den Wirbel öfter schwächen könnt – wia wenn ma den Deckel von am Tiefkühler lockert, der früher fest zu war. In der Forschung is die Debatte lebendig und ned endgültig entschieden. *Aber klar is: Unsers Wetter wird unberechenbarer, als es unsere Eltern in Erinnerung ham.

Der kommende Jänner liegt genau an der Kreuzung dieser Veränderungen. Vielleicht kriegen ma nur a paar kurze, scharfe Kälteschübe – oder a historische Frostphase, die jahrelang als Vergleich herhalten muss. So oder so wird des Gefühl, auf wackeligem saisonalem Boden zu stehn, eher zunehmen.

Des hat a leise emotionale Belastung. Reisen planen fühlt si unsicherer an. Eltern sorgen si um Kinder an zugigen Bushaltestellen. Stadtverantwortliche fragen si, ob alte Infrastruktur mit neuen Extremen mithalten kann.
Wir kennen des alle: Du aktualisierst die Prognose, und auf amoi is nächste Woche viel härter, als du’s einkalkuliert host.

Auf persönlicher Ebene heißt anpassen ned, dass ma sich der Angst ergibt. Es kann heißen, a bissl wetterkundiger zu werden, genauer auf die Wissenschafter*innen zu hören, die frühe Alarme geben, und Kältewellen weniger als kuriose Ausrutscher zu sehen, sondern als wiederkehrende Stresstests. Der Polarwirbel is vielleicht 30 Kilometer über uns – aber seine Entscheidungen landen direkt vor unserer Haustür: in Heizkosten, im Arbeitsweg, in den stillen Sorgen um 3 in der Früh.

Die nächsten Wochen zeigen, ob diese seltene Verschiebung in der Atmosphäre zu ana großen Winterkrise wird – oder nur knapp vorbeischrammt. So oder so bleiben die Fragen: Wie vorbereitet wollen wir wirklich sein? Wie sehr vertrauen wir dem ruhigen Himmel über uns? Und wenn die tiefe Kälte endlich gegen die Fensterscheiben drückt – an wen denken wir als Erstes?

Kernpunkt Detail Nutzen für die Leser*innen
Verschiebung im Polarwirbel Ungewöhnliche Abschwächung und „Eiern“ in der arktischen Stratosphäre könnte im Jänner arktische Luft nach Süden drücken Hilft zu verstehn, warum Prognosen auf an extremen Winter hindeuten – ned nur „Kaltfront“-Schlagzeilen
Praktische Vorbereitung Kleine Schritte wie Zugluft abdichten, Kleidung in Schichten, Plan für Stromausfälle Liefert konkrete Maßnahmen, die Stress, Schäden und Gesundheitsrisiken bei starker Kälte reduzieren
Klima-Kontext Extreme Kälteereignisse können trotz globaler Erwärmung auftreten und könnten chaotischer werden Ordnet das Gesamtbild ein, damit ma widersprüchliche Wetter- und Klima-Botschaften g’scheit interpretieren kann

FAQ:

  • Is da Polarwirbel a neues Phänomen?
    Na. Den Polarwirbel gibt’s scho lang – a bekannte Zirkulation kalter Luft über der Arktis. Neu wirkt eher, wie oft er wackelt oder schwächer wird und dadurch extreme Kälte weiter nach Süden schickt – und wie genau ma des heut mit modernen Modellen verfolgen kann.
  • Heißt a Polarwirbel-Verschiebung immer Rekordkälte?
    Na. A gestörter Wirbel erhöht die Wahrscheinlichkeit für starke Kältephasen, aber wo genau die Kälte landet, variiert stark. In manchen Wintern trifft’s Nordamerika härter, in andern Europa oder Asien – und manchmal is der Effekt milder, dafür länger.
  • Wie weit im Voraus können Expert*innen sowas erkennen?
    Stratosphären-Signale können zwei bis drei Wochen vor den Auswirkungen am Boden auftauchen. Des is a Frühwarnfenster – aber lokale Details wie genaue Temperaturen oder Schneemengen werden oft erst wenige Tage vorher wirklich klar.
  • Hängt des mit dem Klimawandel z’samm?

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen