Zum Inhalt springen

Die 19-Grad-Heizregel gilt nicht mehr: Experten nennen jetzt die ideale Temperatur für Komfort und Energiesparen.

Person hält Thermostatventil, daneben Tee und Notizbuch auf Holztisch im Wohnzimmer.

Der erste kalte Herbstabend hat immer dasselbe Ritual. Du kummst hoam, lasst die Taschn fallen, ziagst die Ärmel über die Händ und starrst aufs Thermostat, als wär’s a moralische Prüfung. 19 °C. Die Zahl, die uns seit Jahren als „verantwortungsvolle“ Temperatur eingehämmert wird. Du zögerst. Die Zecherl san eiskalt, die Schultern verspannt, aber da is diese innere Stimm: „Kumm, sei g’scheit. 19 geht scho.“

Dann kummt wer anderer im Haushalt rein, zittert, und dreht ohne Nachdenken rauf. Das klane Familiendrama vom modernen Energie-Alltag.

Was, wenn die Zahl, an der ma so festhält, einfach falsch is?

Die 19-°C-Regel is am Papier entstanden – ned in deinem Wohnzimmer

Wennst in Europa aufgwachsen bist, host’s wahrscheinlich tausendmal g’hört: Heizung auf 19 °C, zum Energiesparen. Die Zahl kummt aus Bau-Normen und öffentlichen Kampagnen aus Energiekrisen-Zeiten – ned von Leit, die daheim am Sofa in Socken sitzen. Gedacht war’s als Richtwert, als politischer Kompromiss zwischen Komfort und nationalem Verbrauch, ned als unumstößliche Wahrheit für jeden Körper und jedes Zuhause.

Mit der Zeit sind 19 °C aber zu so einer moralischen Linie wordn. Drunter bist a Held. Drüber bist schuld.

Frag im Büro oder beim Familienessen herum, und du hörst die gleiche Beichte – halb peinlich, halb trotzig: „Ehrlich, i stell auf 21, i pack 19 ned.“ A französische Energie-Umfrage hat sogar zeigt, dass die tatsächlichen durchschnittlichen Wohnzimmer-Temperaturen oft zwischen 20 und 22 °C liegen – weit weg von den empfohlenen 19. Draußen haben Spots gepredigt, „haltets die Linie“, und drinnen haben die Leit heimlich am Radl dreht.

Wir kennen’s alle: Du tust so, als wärst bei 19 °C eh fein, aber in Wahrheit schnappst da a Decke und träumst von einer warmen Hotellobby. Die Lücke zwischen offiziellen Regeln und echten Körpern is riesig.

Energie-Expert:innen sagen’s inzwischen recht klar: Die berühmte 19-°C-Regel is veraltet. Häuser san besser gedämmt, Lebensstile haben sich verändert, und ma weiß heut, dass Komfort weniger von einer Zahl in der Luft abhängt, sondern von einem Dreierpack: tatsächliche Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftbewegung. Trockene 20 °C mit Zug können kälter wirken als ruhige, a bisserl feuchtere 21 °C.

Die „richtige“ Temperatur is also ka fixes Dogma mehr, sondern a Bereich, wo sich Komfort und Sparen treffen können. Die neuere Sichtweise zielt auf was G’scheiteres: ungefähr 20–21 °C in Wohnräumen – angepasst an dein Zuhause und deinen Körper.

Das neue Ideal: flexible 20–21 °C … mit einer wichtigen Bedingung

Moderne Wärme-Studien laufen auf eine Idee hinaus: Für die meisten Leit liegt das beste Verhältnis aus Wohlfühlen und Energiesparen bei ca. 20–21 °C im Wohnzimmer. Ned als starre Zahl, eher als angenehme Zone: Du frierst ned, aber die Rechnung explodiert a ned. Die Bedingung is simpel: Jedes Grad über 19 muss woanders durch echte Effizienz „wiedergutgmacht“ werden. Also: g’scheite Dämmung, brauchbare Fenster, Türen die dicht san, und a Heizsystem, das die Wärme ned ins Nirgendwo verliert.

Die Faustregel gilt trotzdem: Jedes zusätzliche Grad kostet Energie. Aber stur bei 19 °C bleiben in ana schlecht gedämmten Wohnung macht di ned automatisch zum Öko-Held.

Nehmen ma den Martin und die Léa, die in einer Wohnung aus den 1970ern wohnen. Jahrelang haben’s sich auf 19 °C runtergebissen und sind mit mehreren Hoodies herumgrennt. Kalt, angespannt, und jeden Winter grantig. Letztes Jahr haben’s die Heizkörper hydraulisch abgleichen lassen, offensichtliche Undichtheiten g’stopft und dicke Vorhänge bei einfach verglasten Fenstern aufgehängt.

Diesen Winter stelln’s im Wohnzimmer auf 20,5 °C, im Schlafzimmer auf 18,5 °C. Der Komfort is massiv rauf. Und die Gasrechnung? A Spur niedriger als im Vorjahr – trotz der höheren Zahl am Display. Die versteckten Gewinne waren stärker als das Extra-Grad.

Warum funktioniert der neue Bereich so gut? Weil der Körper kane Zahlen liest, sondern Empfindungen. Wichtig is die mittlere Temperatur der Flächen rund um di, die Luftbewegung auf der Haut, und was du grad tust. Wenn die Wänd warm san, fühlen sich 20 °C gmiatlich an. Wenn die Wänd eiskalt san, wirken 20 °C wie a Gang.

Darum reden Expert:innen weniger von einem heiligen „19“ und mehr von Wärme-Komfort-Korridoren: 20–21 °C im Wohnbereich, ca. 18–19 °C im Schlafzimmer für besseren Schlaf, Bad a bisserl wärmer während der Nutzung. Die echte Ersparnis kommt davon, dass ma ned den ganzen Tag überheizt und Raum für Raum, Stunde für Stunde anpasst.

Wie du dein Thermostat im echten Leben einstellst (ned in ana Broschüre)

Mach a einfachen Test über eine Woche. Statt alles immer auf die gleiche Zahl zu fixieren, mach drei Zonen und drei Zeitpunkte. Untertags, wennst aktiv bist im Wohnzimmer oder in der Arbeitsecke, probier 20–20,5 °C. Am Abend, wennst länger sitzt und weniger in Bewegung bist, geh auf 20,5–21 °C rauf, wennst wirklich frierst. In der Nacht senk im Schlafzimmer auf 17–18,5 °C – je nachdem, wie du schläfst.

Schreib dir die Einstellungen auf an Post-it und pick’s beim Thermostat hin. Ned als theoretisches Ideal, sondern als deine echten Wohlfühlwerte.

Die meisten passen viel zu wenig an. Sie lassen den gleichen Wert den ganzen Tag, in allen Räumen – aus Gewohnheit oder aus Angst, was falsch zu machen. Seien ma ehrlich: Ka Mensch macht das jeden Tag perfekt. Da helfen programmierbare Thermostate oder einfache Zeitschaltlösungen. Einmal Zeitfenster einstellen, dann bei Bedarf um halbe Grad nachjustieren – ned erst im Frust.

Die andere klassische Falle is „Jo-Jo-Heizen“: Wohnung auskühlen lassen und dann auf 23 °C aufdrehen, weil ma’s nimma aushält. Die Anlage arbeitet härter, und der Körper fühlt sich nie wirklich richtig an.

Die Fachleit, mit denen i g’redt hab, haben immer wieder dasselbe gesagt: Hör auf deinen Körper – aber lass ned fünf Minuten G’frorensein den ganzen Winter bestimmen.

„Die meisten sind zufriedener und sparen trotzdem Energie, wenn’s a leicht wärmere Basis akzeptieren – so um die 20–21 °C –, solange’s aufhören, Räume zu überheizen, die kaum genutzt werden“, erklärt ein Energie-Ingenieur, der wöchentlich Häuser und Wohnungen prüft. „Der Mythos von 19 °C hat manche Familien eher in Schuldgefühle g’stürzt, statt ihnen zu helfen, g’scheiter zu heizen.“

  • Wohnzimmer / Arbeitsecke – 20–21 °C, wenn der Raum genutzt wird; runter, wenn er leer is.
  • Schlafzimmer – ca. 18–19 °C, a bisserl mehr für Babys und ältere Menschen.
  • Bad – 22–23 °C nur während der Nutzung, ned den ganzen Tag.
  • Türen zu unbeheizten oder selten genutzten Räumen schließen, damit’s stabil bleibt.
  • Wennst tagsüber weg bist: um 1–2 °C absenken; bei längeren Reisen mehr.

Die Temperatur-Frage is eigentlich: Wie willst du daheim leben?

Wennst das alte 19-°C-Mantra loslässt, tauchen die echten Fragen auf. Wie willst du dich fühlen, wennst im Winter zur Haustür reinkummst? Eing’packt, g’halten, entspannt? Oder dauernd am Verhandeln zwischen Konto und kalten Fingern? Der neue wissenschaftliche Konsens mit 20–21 °C is weniger a Regel als a Einladung: Gönn dir genug Wärme zum Leben – und spiel dafür g’scheit mit Zonen, Zeiten und Dämmung.

Manche halten 20 °C mit Pulli locker aus und lieben’s. Andere landen bei 21 °C und san trotzdem voll verantwortlich, weil’s woanders Verschwendung abdreht haben.

Es gibt kan Kontrolleur im Vorzimmer – nur a Thermostat, a paar Gewohnheiten, die ma anpassen kann, und vielleicht a Gespräch mit den Leit, die mit dir wohnen. Frieren ma umsonst? Heizen ma an leeren Raum? Bringt a Teppich, Vorhänge oder a Zugluft-Dichtung mehr als no a Decke am Sofa?

Diesen Winter geht’s vielleicht weniger um die Zahl am Bildschirm – und mehr darum, sich von der alten Schuld zu befreien. Die 19-°C-Regel war aus einer anderen Zeit. Dein Zuhause, dein Körper und deine Rechnung verdienen was Besseres: passender, ehrlicher und a bisserl wärmer.

Key point Detail Value for the reader
19 °C is no longer a universal benchmark Sie stammt aus alten Standards und Kampagnen, ned aus echten Komfort-Studien Nimmt Schuldgefühle und macht Platz für realistischere Einstellungen
New comfort corridor: 20–21 °C in living spaces Anpassung nach Raum und Tageszeit, Fokus auf Dämmung und Zugluft Hilft, Wärme, Gesundheit und niedrigere Energiekosten zu verbinden
Smart heating beats strict self-denial Programmierbare Thermostate, Zonen und kleine Verbesserungen im Haushalt Reduziert Verschwendung, ohne den Alltag ungemütlich zu machen

FAQ:

  • Is 21 °C really compatible with energy savings? Ja – wennst ungenutzte Räume ned heizt, Zugluft abdichtest und in der Nacht oder wennst weg bist absenkst, kann 21 °C im Hauptwohnraum trotzdem a vernünftige Rechnung bedeuten.
  • What temperature is healthiest for sleeping? Die meisten Schlaf-Expert:innen empfehlen ca. 18–19 °C – a Spur wärmer für sehr kleine Kinder, ältere Menschen oder bei speziellen gesundheitlichen Themen.
  • Does lowering by 1 °C really change anything? Im Schnitt kann jedes Grad weniger am Thermostat den Heizverbrauch um ca. 5–7 % senken – besonders über eine ganze Saison.
  • Is it better to leave heating constant or to lower it at night? Für die meisten Wohnungen bringt’s netto was, nachts und bei Abwesenheit um 1–3 °C abzusenken – besonders wenn das Gebäude ned super gedämmt is.
  • What if people in the same home don’t agree on the temperature? Wenn möglich: Zonen nutzen (Wohnzimmer wärmer, Schlafzimmer kühler) und zusätzlich individuelle Lösungen wie Decken, Wärmflaschen oder einen kleinen Heizlüfter für besonders kälteempfindliche Personen.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen