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Der Spruch, der immer gut ankommt, um höflich Nein zu sagen: Laut Psychologen funktioniert er in jeder Situation.

Zwei Personen unterhalten sich in einem Café bei Kaffee, Notizbuch und Smartphone auf dem Tisch.

Die Nachricht ploppt am Handy auf, grad wie du den Laptop zuklappen willst: „Hey, könntest ma heut Abend bei dem Projekt helfen? Dauert ned lang 🙏“
Du starrst aufs Display. Du bist fix und fertig, hast dir an ruhigen Abend vurlangt – aber dein Daumen schwebt schon über „Klar!“.

A winziges „Ja“, das wieder a spätes Nachtl draus macht, wieder was, was in a Woche reingedrückt wird, die sowieso scho viel zu voll is.

In deinem Kopf geht die übliche Debatte los: „I will ned egoistisch wirken. I will niemanden enttäuschen. I will ned so a Person sein.“

Also seufzt, schluckst dein „Nein“ runter und tippst: „Sicher, ka Problem.“

Und dann bereust es in dem Moment, wo du auf Senden druckst.

Was wär, wenn’s einen einfachen Satz gäb, mit dem du Nein sagen kannst, freundlich bleibst – und trotzdem wie der/die Erwachsene im Raum wirkst?

Der entwaffnende Satz, den Psycholog:innen gern empfehlen, um höflich Nein zu sagen

Psycholog:innen empfehlen oft a überraschend einfache Formulierung, wenn du Nein sagen willst, ohne kalt zu klingen:

„Des geht si für mi ned aus, aber danke, dassd an mi gedacht hast.“

Er is ruhig, klar und lädt ned zu endlosen Verhandlungen ein.

Du lehnst ned nur a Bitte ab.
Du setzt a Grenze und erkennst gleichzeitig die gute Absicht vom anderen an.

Dieses kleine „danke, dassd an mi gedacht hast“ ändert vü.
Im Kopf kommt Wertschätzung an – ned Zurückweisung.

Und auf deiner Seite bleibt a Sache geschützt, die ma viel zu selten schützt: deine Zeit und deine Energie.

Stell dir vor:
A Kolleg:in fragt: „Kannst du am Freitag-Nachmittag den Kundencall für mi übernehmen?“ – und dein Kalender schaut eh scho aus wie a Schlachtfeld.

Statt dass du mit Ausreden startest („I bin ur busy“) oder a fake Termin erfindest, atmest kurz durch und sagst:

„Des geht si für mi ned aus, aber danke, dassd an mi gedacht hast.“

Stille.
Er/sie blinzelt, nickt und sagt: „Ah ok, dann frag i wen anderen.“

Ka komischen Erklärungen.
Ka schlechtes G’fühl im Magen.
Ka lange Rechtfertigung, die die Tür aufmacht für: „Ja aber könntest vielleicht nur schnell …“

Das Schöne an dem Satz: Er klingt erwachsen, stabil, fast neutral.
Du bist ned der Bösewicht – du bist halt wer mit Grenzen.

Psycholog:innen mögen so a Satz, weil drei starke Elemente drinstecken:

  1. „Des geht si für mi ned aus“ fokussiert auf die Situation, ned auf die Person, die fragt. Du sagst ned „Deine Idee is deppert“ oder „Du verlangst z’vü“ – du stellst einfach a Fakt über deine Realität fest.
  2. „… aber danke, dassd an mi gedacht hast“ fängt die Emotion ab. Es signalisiert: Dein Nein is ka Ablehnung der Person.
  3. Kurz. Kurz heißt: weniger Raum, damit du zurückruderst, dich verzettelst oder dich übermäßig entschuldigst. Hand aufs Herz: Des schafft eh niemand jeden Tag perfekt.

Aber wennst den Satz regelmäßig verwendest, trainierst damit still und leise, dass andere deine Grenzen respektieren.
Und du trainierst dich selbst gleich mit.

Wie du den Satz im echten Leben verwendest, ohne dass er robotic klingt

Am besten funktioniert er, wenn du ihn a bissl an den Kontext anpasst, aber das Grundgerüst behältst. Du brauchst drei Bausteine: das Nein, „geht si für mi ned aus“, „danke, dassd an mi gedacht hast“.

Zum Beispiel:

  • „I pass diesmal, des geht si für mi grad ned aus, aber danke, dassd an mi gedacht hast.“
  • „I muss diesmal Nein sagen – des geht si für mi ned aus – und i schätz, dassd mi g’fragt hast.“

Sag’s langsam.
Dann: Stopp.
Ka nervöses Kichern, ka große Entschuldigungstour.

Wennst dich gedrängt fühlst, noch was dazu zu sagen, kannst an sanften Schlusssatz dranhängen:

  • „I hoff, du findest wen Passenden dafür.“
  • „I bin sicher, des wird eh super.“

Du machst die Tür zu, ohne sie zuzuschlagen.

Was die meisten ned am Satz scheitern lässt, is der Satz selber.
Es is die Welle an Schuldg’fühl, die a Sekunde später daherkommt.

Vielleicht glaubst, du schuldest a lange Geschichte als Rechtfertigung: deine Woche, die Kinder, die mentale Last, das Budget, der Chef, was auch immer.

Aber jede zusätzliche Zeile klingt schnell wie a Verhandlung – ned wie a Grenze.

Und manche Menschen hören „Verhandlung“ und verstehen „Einladung zum Drücken“:

  • „Kannst das ned einfach verschieben?“
  • „Bist du wirklich so busy?“

Der Trick is, dieses kurze Ziehen in der Brust ein paar Sekunden auszuhalten.
Es geht schneller vorbei, als du glaubst.
Du machst nix Falsches.
Du entscheidest nur, dassd dich ned jedes Mal am Altar vom Gefallen-Wollen opferst.

Psychologin und Assertiveness-Trainerin Dr. Anne‑Lise Ducrot formuliert’s so:
„A respektvolles ‚Nein‘ schützt die Beziehung genauso wie es di schützt. Es gibt anderen a klare Landkarte, wo du aufhörst und wo sie anfangen. Diese Klarheit reduziert Ärger und Groll auf beiden Seiten.“

  • Bei Geld-Sachen verwenden
    „Fahrts mit uns auf des teure Wochenendtrip?“
    „Des geht si für mi budgetmäßig ned aus, aber danke, dassd an mi gedacht hast.“
  • Bei Familien-Gefallen verwenden
    „Kannst du wieder für alle kochen und hosten?“
    „Des geht si für mi diesen Monat ned aus, aber danke, dassd an mi gedacht hast.“
  • Bei Extra-Arbeit verwenden
    „Kannst heut länger bleiben und des fertig machen?“
    „Des geht si für mi heut Abend ned aus, aber danke, dassd an mi gedacht hast.“
  • Bei Social-Einladungen verwenden
    „Kumm auf an Drink, mir gehen alle!“
    „Des geht si für mi heut Abend ned aus, aber danke, dassd an mi gedacht hast.“
  • Bei Dating-/Beziehungsdruck verwenden
    „Willst rüberkommen? Wird lustig!“
    „Des geht si für mi ned aus, aber danke fürs Fragen.“

Nein sagen lernen, ohne dich selbst zu verlieren (oder deine Beziehungen)

In dem einfachen „Des geht si für mi ned aus, aber danke, dassd an mi gedacht hast“ steckt a leise Revolution.

Es is der Moment, wo du aufhörst, nur nach den Zeitplänen und Erwartungen von anderen zu leben, und anfängst, deine Zeit als etwas Endliches zu behandeln – wie Geld am Konto.

Am Papier is es nur a Satz.
In der Realität sind’s Monate an Schlaf, gerettete Wochenenden und Projekte, zu denen du wirklich Ja sagen willst.

Am Anfang stolperst wahrscheinlich.
Manchmal sagst Ja, obwohlst Nein meinst. Oder du sagst Nein und rennst dann doch wieder zurück und „reparierst“ es.
Das gehört zum Lernen dazu.

Was wirklich was verändert: Wenn die Leute um dich herum anfangen, sich anzupassen. Sie nehmen nimma automatisch an, dassd immer verfügbar bist. Sie fragen früher. Sie akzeptieren dein Nein als normale Antwort.
Ohne Drama.

Vielleicht merkst auch was Unerwartetes:
Menschen, denen du wirklich wichtig bist, werden selten zornig, wenn du so a Formulierung verwendest.

Sie sind vielleicht kurz enttäuscht, weil ihr Bedürfnis grad ned erfüllt wird.
Aber meistens verstehen’s oder akzeptieren’s zumindest, dassd eigene Grenzen hast.

Die, die aggressiv reagieren oder dir Schuld einreden wollen, sind oft genau die, die von deiner dauernden Verfügbarkeit profitiert haben.
Dein neues Nein erschafft ned das Problem – es macht’s sichtbar.

Mit der Zeit kann der Satz wie a Filter wirken: Er hält die Beziehungen, wo Respekt in beide Richtungen geht, und legt sanft offen, wo du hauptsächlich „verwendet“ wurdest.
Das kann unangenehm sein.
Aber es schafft Klarheit.

Kernpunkt Detail Nutzen für Leser:innen
Grundsatz „Des geht si für mi ned aus, aber danke, dassd an mi gedacht hast.“ Gibt a sofort verwendbares Skript, um freundlich und klar Nein zu sagen
Emotionaler Puffer Dankbarkeit macht die Absage weicher und schützt die Beziehung Reduziert Schuldg’fühl und senkt das Risiko von Konflikt oder Drama
Grenzentraining Kurze, feste Formulierung ohne Über-Erklären Baut langfristig Respekt für deine Zeit, Energie und Limits auf

FAQ:

  • Was, wenn die Person nach dem Satz weiter drauf besteht?
    Wiederhol’s einmal in a leicht anderer Form: „I versteh di, aber des geht si für mi wirklich ned aus.“
    Wenn’s dann weiterdrückt: Das is ka Bitte mehr, das is Druck. Du darfst das Gespräch beenden oder das Thema wechseln.

  • Muss i an Grund angeben, wenn i Nein sag?
    Du schuldest ned für jedes Nein a detaillierte Erklärung.
    A kurzer Kontext kann passen („I konzentrier mi am Wochenende aufs Ausruhen“), aber mach’s ned zur Rechtfertigungsrede. Je mehr du begründest, desto mehr Angriffsfläche gibst für Diskussion.

  • Denken die Leute dann, i bin egoistisch?
    Menschen, die dein automatisches Ja gewohnt sind, sind am Anfang vielleicht überrascht.
    Mit der Zeit sehen’s des bei den meisten als Reife, ned als Egoismus.
    Egoismus heißt nehmen, ohne Rücksicht. Nein sagen heißt, die eigenen Grenzen managen, damit sich ned stiller Groll aufbaut.

  • Kann i das auch beim Chef / bei der Chefin verwenden?
    Ja, aber mit Feingefühl.
    Du kannst sagen: „Des geht si für mi mit meiner aktuellen Auslastung ned aus. Was soll i dafür depriorisieren?“
    Gleiche Struktur, a bissl kooperativer – und trotzdem a klare Grenze rund um deine Kapazität.

  • Was, wenn i mein Ja bereu und zurückrudern will?
    Du kannst’s ehrlich korrigieren: „I hab gestern zu schnell Ja gesagt. Des geht si für mi doch ned aus, und sorry für die Verwirrung.“
    Unangenehm, aber es zeigt dir – und den anderen – dass dein Ja ned automatisch is, sondern überlegt.

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